Weimarer Republik
Weimarer Republik
Der Weg in die militärische Niederlage
Im August 1914 begann der Erste Weltkrieg. Aufgrund wachsender außenpolitischen Spannungen, verschärfter Krisen und zunehmender Angriffsrüstung. Auslöser war das Attentat auf das österreichische Thronfolgerpaar am 28.Juni in Sarajevo. Mittelmächte (Deutschland, Österreich-Ungarn) auf der einen Seite und die Entente (Großbritannien, Frankreich und Russland) auf der anderen Seite erklärten sich den Krieg. Mit dem Kriegseintritt der USA wurde es zum Weltkrieg, die Mittelmächte waren damit an Menschenzahl, Wirtschaftskraft und Reserven aussichtslos unterlegen. Die Kriegsschuldfrage prägte die Entstehung und Entwicklung der Weimarer Republik.
Die Revolution von 1918
Die Matrosen erkannten die Sinnlosigkeit, sie ahnten, dass sie „verheizt“ werden sollten. Es kam dadurch zur Meuterei, als die Flotte am 29.Oktober 1918 auslaufen sollte. Nach russischem Vorbild wurden in ganz Deutschland Arbeiter- und Soldatenaufstände gebildet. Am 7.November wurden sogar Soldatenräte im deutschen Hauptquartier in Spa (Belgien) gewählt. Fürsten und Könige verloren ihre Throne, der Kaiser konnte es nicht riskieren nach Deutschland zurückzukehren. Der Kaiser wollte nicht abdanken, Reichskanzler Prinz Max von Baden erklärte die Abdankung des Kaisers aus eigenem Entschluss, der Kaiser flüchtete daraufhin ins Exil über die holländische Grenze. Am 9.November forderte eine SPD-Delegation unter Friedrich Ebert vom Reichskanzler, dass die Regierungsgewalt an Männer geht, welche das volle Vertrauen des Volks besitzen. Ebert wird Reichskanzler.Philipp Scheidemann (SPD) rief vom Reichstagsgebäude die „Deutsche Republik“ aus.Karl Liebknecht (USPD) proklamierte die „Sozialistische Republik Deutschlands“. Der Kampf zwischen der demokratischen SPD und der sozialistischen USPD um die Macht hatte begonnen.Am 11.November 1918 wurde ein Waffenstillstand im Wald von Compiègne (Frankreich) unterzeichnet, was einer bedingungslosen Kapitulation Deutschlands glich, das deutsche Militär konnte keinen Widerstand mehr leisten. Deutschland glaubte, dass das deutsche Heer „im Felde unbesiegt“ geblieben sei. Kein ausländischer Soldat betrat deutschen Boden. So entstand die „Dolchstoßlegende“, nach der, das an sich unschlagbare Heer hinterrücks durch Verrat in der Heimat „erdolcht“ worden war. Aufgrund des Waffenstillstands und des Versailler Vertrags.
Alternative Gestaltungsversuche der Demokratie.
Eine Nationalversammlung sollte eine neue, eine republikanische Verfassung ausarbeiten. Der Rat der Volksbeauftragten übernahm die Regierungsgeschäfte. Je 3 Mitglieder der SPD, USPD, welche jedoch unterschiedliche An- und Absichten hatten.
SPD = parlamentarische Demokratie durch Einberufung einer verfassungsgebenden Versammlung.
USPD = war „entschlossen“, mit dem Staatsplunder Schluss zu machen und eine Räterepublik aufzubauen.
Der Reichskongress entschied am 19. Dezember 1918, dass allgemeine Wahlen am 19. Januar 1919 zur verfassungsgebenden Nationalversammlung durchgeführt werden. Wenige Tage später folgte der Spartakusaufstand, welcher von Eberts Freikorps blutig beendet wurde. Diese Freikorps entführten am 15.Januar 1919 Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg und ermordeten sie. Die Wahl am 19.Januar konnte stattfinden, die Parteien waren, SPD, USPD, Zentrum, DDP, DVP usw. Wegen der Unruhen in Berlin fand die Nationalversammlung in Weimar statt, daher auch der Name Weimarer Republik. Es gab die Weimarer Koalition durch die SPD, Zentrum, DDP die drei größten Parteien.
Die Anfänge der ersten deutschen RepublikDer Versailler Vertrag
Am 18.januar 1919 begann in Paris eine Konferenz zur Ausarbeitung eines Friedensvertrags, an dem 32 Staaten teilnahmen, Deutschland blieb ausgeschlossen. Am 7.Mai 1919 wurde der deutschen Delegation in Versailles der fertige Vertragstext überreicht, der Inhalt übertraf selbst die schlimmsten Befürchtungen. Erhebliche territoriale Verluste Deutschlands, ein Siebtel des Landes und ein Zehntel der Bevölkerung. Nordschleswig an Dänemark, Eupen-Malmedy an Belgien, Elsaß-Lothringen an Frankreich, Posen und Westpreußen an Polen, Oberschlesien an Polen, Saargebiet 15 Jahre unter Völkerbundsverwaltung und französischer Besatzung. Deutschland verlor seine Kolonien, musste seine Handelsflotte an England abgeben, militärische Bestimmungen, fast völlige Entwaffnung Deutschlands, Entmilitarisierung des Ruhrgebiets, Reparationszahlungen, Kriegsschuldartikel 231 = Alleinschuld Deutschlands am KriegScheidemann (SPD) lehnte die Vertragsunterzeichnung mit Worten ab. Am 20.Mai trat er mit seinem Kabinett zurück. Außenminister Hermann Müller (SPD) und Verkehrsminister Bell (Zentrum) wurden beauftragt zu unterschreiben, es blieb keine andere Wahl. Bei Nichtunterzeichnung wären die alliierten Truppen einmarschiert. Der Versailler Vertrag belastete die junge deutsche Republik mit Ablehnung und verletztem Stolz. Die linken Gegner Weimars putschten mit Worten die eher unpolitischen Angehörigen der Mittelschicht gegen die Männer auf, die bereit waren, die Verantwortung für das Staatswesen übernahmen.
Die Weimarer Reichsverfassung
Der Verfassungsentwurf von Hugo Preuß wurde von der Nationalversammlung größtenteils übernommen und am 31.Juli1919 als Verfassung („Preuß`sche Verfassung“) verabschiedet. Am 11.August 1919 trat sie in Kraft. Die Reichsverfassung beginnt nicht mit den Grundrechten sonder mit dem „Aufbau und Aufgaben des Reiches“. Der Reichstag ist das zentrale Organ des Parlamentarismus und mit allen Rechten einer demokratischen Volksvertretung ausgestattet. Reichskanzler und Reichsregierung benötigen das Vertrauen des Reichstages, sie können jederzeit, auch einzeln, durch einfache Mehrheit gestürzt werden, ohne dass der Reichstag verpflichtet ist, einen neuen Reichskanzler zu wählen.Der Reichsrat war als Nachfolger des Bundesrates mit weniger Kompetenzen. Eine herausragende Machtstellung hatte der Reichspräsident. Verfassungsrechte von Ebert:- Völkerrechtliche Vertretung des Reiches als Staatsoberhaupt- Oberbefehl über die Wehrmacht in Krieg und Frieden- Ernennung und Entlassung vom Reichskanzler und Reichsministern, dadurch hatte er ein Druckmittel gegen den Reichstag, Zangenpolitik = Präsident konnte dem Reichstag unangenehme Kanzler unterschieben, drohen mit der Auflösung- Recht zur Auflösung des Reichstages und Neuwahlen- Notverordnung mit Artikel 48 der Reichsverfassung, so konnte er Grundrechte außer Kraft setzten und Anordnungen mit Gesetzeskraft erlassenDer zweite Teil der Verfassung beschrieb die „Grundrechte und Grundpflichten der Deutschen“. Die Grundrechte galten nur für Deutsche und nicht für jedermann als Menschenrechte.
Die Krisen der Jahre 1920 bis 1922
Der Versailler Vertrag vom 10. Januar schob Deutschland in die Zweitranigkeit. Ehemalige Soldaten und Offiziere organisierten sich in Freikorps um die Verfassung der Republik offen zu bekämpfen. Diese Menschen fanden in ihr bürgerliches Leben nicht mehr zurück. Der Kapp-Putsch von der Marine Brigade Ehrhardt in der Nacht vom 12. auf 13. März 1920 war erfolgreich da die Reichsregierung nach Dresden floh. Die Brigade besetzte das Regierungsviertel und ernannte Wolfgang Knapp zum neuen Reichskanzler.Die SPD rief zum Generalstreik auf, welcher in Berlin sehr befolgt wurde. Der Putsch brach zusammen, Knapp und seine Brigadisten bekamen keine Verpflegung und kein Benzin. Knapp floh nach Schweden und die Brigade zog ab, die alter Regierung kehrte nach Berlin zurück. Verschiedene Gewerkschaften wollten sozialistische Forderungen durchsetzen, wie die Sozialisierung wichtiger Wirtschaftszweige. Im Ruhrgebiet kämpften Kommunisten (Rote Armee genannt) gegen die Regierung mit ihren Freikorps und der Reichswehr. Nach wochenlangen Kämpfen schlägt die Regierung den Aufstand nieder. Nach den Reichtagswahlen vom 6.Juli 1920 sah man wie die Radikalisierung zugenommen hatte. Es begann die Zeit der politischen Morde, Karl Liebknecht, Rosa Luxemburg, Matthias Erzberger. Außenminister Walter Rathenau war wohl das prominenteste Opfer, er wurde am 22.Juli 1922 getötet. Er galt auch als „Erfüllungspolitiker“.
Auf dem Höhepunkt der Krise 1923 (Krisenjahr)Der Ruhrkampf
Deutschland musste 132 Milliarden Goldmarkt an die Siegermächte des Ersten Weltkriegs als Gesamtreparationen zahlen. Bis 1922 erfüllte Deutschland die Zahlungen kam aber in Verzug mit der Lieferung von Kohle, Holz und Telegraphenstangen. Frankreich und Belgien besetzten das Ruhrgebiet um die Reparationsleistungen zu sichern. Die Bevölkerung wurde angewiesen passiven Widerstand zuleisten, die Arbeiter streikten und die Regierung zahlten deren Löhne weiter. Die Deutschen kauften nicht mehr bei Belgiern oder Franzosen. Zusätzlich im Ordner
Die Inflation
Durch die Unterstützung des Staats bei dem Streik im Ruhrgebiet mit finanziellen Mitteln schrumpften die Steuereinnahmen und die Ausgaben stiegen, dadurch wurde das Haushaltsdefizit täglich größer. Die Regierung setzte die Notpresse in Gang, immer schneller und immer mehr Geld wurde gedruckt. Der Nominalwert (Nennwert auf dem Schein) wurde größer und der Geldwert sank damit immer mehr. Verlierer der Inflation war „der kleine Mann“, der seine Ersparnisse auf der Bank hatte. Gewinner war Sachbesitzer, Fabrikeigner, Hausbesitzer, da sie ihre Schulden zu einem nichts schrumpften. Deutschland war seine innere Kriegsschuld los, 156 Milliarden waren am Ende noch 15,4 Pfennig wert.Am 26.September war die Regierung finanziell ruiniert. Der Gelddruck kam nicht mehr hinterher. Die Reichsregierung erließ einen Aufruf, den Ruhrkampf abzubrechen. Am 15.November 1923 führte die Regierung eine Währungsreform durch, Hjalmar Schacht führte das „Wunder der Rentenmark“ durch. Gedeckt wurde die neue Währung durch eine Grundschuld die auf landwirtschaftlichem und industriellem Grundbesitz lag. Ihre Besitzer erhielten dafür zinstragende Rentenmarkbriefe, daher auch der Name der neuen Währung.
Auflösungen in den Ländern des Reiches Nach dem Ende des Ruhrkampfes blieben französische und belgische Truppen im Ruhrgebiet. Im Rheinland und der Pfalz wurde versucht autonome Republiken zu gründen, dadurch war die Weimarer Republik nicht nur ideologisch bedroht, sondern auch territorial gefährdet. Am 26.September 1923 verkündete die bayerische Regierung den Ausnahmezustand und ernannte den Regierungspräsidenten Gustav von Kahr zum Generalstabskommissar. Welcher mit ungesetzlichen Mitteln gegen die Linken vorging. Bayern befand sich teilweise in offener Rebellion mit der Reichsregierung, es kam aber zu keiner militärischen Auseinandersetzung.
In Sachsen und Thüringen hatten dagegen die Kommunisten die Mehrheit, diese nutzten das für eine revolutionäre Erhebung. Doch die Reichswehr schlug diese Erhebung nieder. Die an der Reichsregierung beteiligten Sozialdemokraten forderten entweder eine Aufhebung des Ausnahmezustandes oder auch in Bayern militärischen zu intervenieren. Beides lehnte Gustav Stresemann (DVP) ab. Daraufhin kündigte die SPD die Koalition auf, und die sozialdemokratischen Minister verließen am 2.November 1923 die Regierung.Am 8.November kam es zum Putschversuch von Adolf Hitler und Ludendorff, doch die „Nationale Revolution“ scheiterte. Am 23.November 1923 verlor er nachdem er seine Vertrauensfrage stellte, er trat zurück. Stresemann blieb aber Außenminister bis er im Jahr 1929 starb.
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