Reformation und Folgen
Die Reformation und die Folgen
Das Papsttum entwickelt sich zu einer Quelle ständiger Unzufriedenheit und Unruhen unter den Gläubigern. Mit Papst Sixtus IV begann eine unverhüllte Machtpolitik, die durch Gewalt charakterisiert war. Selbst in der Kirche kam es zu Mordanschlägen, Brandstiftungen und Plünderungen waren an der Tagesordnung. Willkürliche Verhaftungen, Folterungen und Hinrichtungen prägten seine Amtszeit. Die Simonie (verkauf kirchlicher Ämter) war bereits Gewohnheitssache. Kardinäle zogen mit weltlichen Fürsten gleich und hielten eine aufwendige Hofhaltung für Pflicht. Maskeraden, Karnevalumzüge, Glücksspiel und Betrügerreinen wurden von der Kirche finanziert. Papst Julius II verlangte von Michelangelo, ihm sein Grab zu seinen Lebzeiten auf dem Platz der alten St. Peter – Balistika zu errichten. Die Baukosten übertrafen schnell das Budget der Kirche und es wurde der Ablasshandel als Finanzierungsausgleich eingeführt. Martin Luther schlug am 31. Okt. 1517 seine 95 Thesen gegen den Ablasshandel an. Reformation war ein Akt der Befreiung aus religiöser Unmündigkeit, führte aber zu einer Reformierung der kath. Kirche>> Spaltung in zwei Glaubenslager. Durch den Buchdruck wurden die Thesen von Luther schnell in Deutschland verbreitet und gewannen an Zustimmung und Ansehen. Nach Luthers Kirchenausstoß standen noch viele hinter Luther. Zu einer Einladung nach Worms schlug ihm eine Welle von Sympathie entgegen. Doch der Reichstag in Worms verhängte die Reichsacht und Luther wurde „Vogelfrei“ erklärt. Seine Schriften wurden verbrannt oder zensiert. Als Junker Jörg lebte er auf der Wartburg in Sachsen und Übersetze das Neue Testament ins deutsche. Die religiöse Umbruchstimmung ergriff das soziale und wirtschaftliche Leben in Deutschland und führte zu zahlreichen örtlichen Unruhen. Kriege zwischen Landsherren und Bauern entstanden. Die Bauern bezogen sich auf Luther, der ihre Aufruhr verurteilte und zum Kampf gegen die Bauern aufrieft, dies sei nicht im Sinne einer gottgewollten Obrigkeit. 1555 wurde der Kaiser Karl V dazu gezwungen das Luthertum reichsrechtlich anzuerkennen. Kirchentrennung war nun legalisiert. Grundsatz: Cuius regio, eius es religio (Wer das Landrecht hat, bestimmt auch den Glauben).Als fürstlicher Glaubensgrundsatz galt das Recht, sein eigenes Bekenntnis über die Landesgrenze mit Einsatz von Truppen zu verbreitern. Je länger der 30-jährige Krieg ging desto deutlicher wurde das neben religiösen Eifer auch Machtpolitik betrieben wurde. Der katholische Kaiser Ferdinand II wollte zwei evangelische Kirchen abreißen, was Anlass zum Aufstand gab. Unversöhnlich standen sich die ev. Union und die kath. Liga in ganz Deutschland gegenüber und lieferten sich grausame Kriege.1630 griff auch Schweden ins Geschehen ein, Motiv waren religiöse Gründe, Ziel war die Herrschaft über die Ostsee. Frankreich trat aus konfessioneller Ausrichtung auf die Seite der Schweden in den Krieg ein, um das Habsburger Haus zu schwächen. Keiner war stark genug um seinen Willen auf den „Feind“ aufzuzwingen. 1634 wurde der norden Protestantisch, der Süden wurde teilweise rekatholisiert.
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