Geschichte Königreich Württemberg unter dem ersten König – Im Bund mit Napoleon
Geschichte Königreich Württemberg unter dem ersten König – Im Bund mit Napoleon
Unter der Gnade von Napoleon wurde Friedrich der erste König von Württemberg.
Am 26.Dezember 1805 hatte der französische Kaiser in Preßburg (Bratislava) durchgesetzt, dass die Kurfürsten von Württemberg
und Bayern Könige und der von Baden
Verehrungswürdig und Sympathisch erschien ihm der Emporkömmling wohl kaum, da er sich selbst zum Kaiser von Frankreich gemacht hatte, musste er ihm notgedrungen folgen.
Zwar schien Frankreich unaufhaltsam auf der Siegesbahn zu sein, aber viele Völker und deren Herrscher, die schließlich fast alle aus Europa waren, wurden nach ihrer Niederlage gezwungen seine Bundesgenossen zu werden. Trotz dieses Unterfangens, blieben sie immer bereit so bald wie möglich von ihm abzufallen. Friedrich, der seine Frontstellung gegen Frankreich nie aufgegeben hatte, tendierte doch wohl mehr zu Großbritannien, da er doch der Mann einer britischen Königstochter war. Die Meere beherrschte Britannien vollends seit der Seeschlacht die am 21 Oktober 1805 beim Kap Trafalgar (Südspanien)statt fand.
Im Oktober 1805 konnte noch niemand wissen, wie Napoleons großes Spiel geendet hatte und warum es so enden musste, aber Skepsis war damals schon angebracht.
Natürlich: was half die Skepsis, da die Franzosen schon seit dem 30 September 1805 die heutige Landeshauptstadt Stuttgart besetzt hatten und Napoleon sich für einen Besuch in Ludwigsburg angemeldet hatte. In Ludwigsburg fand eine Unterredung zwischen dem großen Friedrich und dem kleinen Imperator der Franzosen. Jedoch was die Macht anging war es eine verdrehte Welt, denn da war der kleine Imperator ein Riese und König Friedrich der kleine Mann.
Offenbar war Napoleon von dem Württemberger stark beeindruckt, denn er hat niemals was Unzumutbares von ihm verlangt. Nicht zu ändern, braucht der König seine letzten Ziele seiner Politik, denn naturgemäß waren seine Mittel immer noch die gleichen. Die Selbstbehauptung des kleinen Württemberg gegenüber dem mächtigen Alliierten hing von der Fähigkeit zum Kriege ab. Bei so einem Bündnis zwischen den ungleichen Parteien, wurde der schwächere mit mehr Rücksicht behandelt zu werden, je stärker er ist. Je labiler das Gleichgewicht zwischen den Großmächten war, umso größer war die Chance der kleineren, das Gewicht durch einen Absprung oder Seitenwechsel entscheidend zu verändern. Napoleons Devise war es mit dem Württemberger keine unnötigen Konflikte zu provozieren.
Im Sommer 1806 kam es zu der ersten Bewährungsprobe, als Napoleon Württemberg, Baden , Bayern, Hessen-Darmstadt und mehrere Kleinere zwang, sich zum Rheinbund unterseinem Protektorat zusammen zu schließen. Dieses betrachtete er als militärisches Bündnis und Württemberg verpflichtete sich 12000 Mann zu stellen. Zwar verzichtete Friedrich darauf die im August 1806 verordnete allgemeine Wehrpflicht, denn die Vielzahl der Befreiungen ließ nur noch die Ungebildeten und weniger Qualifizierten der Unterschicht übrig. Aber dies ging nicht lange gut, denn im Feldzug gegen die Preußen im Herbst 1806, fielen die Württembergischen Truppen trotz des Sieges über die Preußen bei Jena negativ auf. In den folgenden Friedensjahren nutze Friedrich dazu, die abgedankten preußischen Offiziere für sich zu gewinnen und hat damit das Ansehen des Soldatenstandes gehoben und somit das württembergische Heer zum Werkzeug seiner Politik gemacht. Wie Bayern konnte er sich noch verweigern 1808 Truppen nach Spanien zu entsenden. Dies war ihm 1809 nicht gelungen und musste somit gegen Österreich in den Krieg ziehen. Mit dem Einsatz von 25000 Mann konnte er einen Aufstand niederschlagen, der damals von den Österreichern im Südosten und Nordosten Württembergs erregt wurde. Zu neuen Unruhen kam es im gleichen Jahr bei der Inbesitznahme des Deutschen Ordens in Mergentheim, wobei dieser brutal unterdrückt wurde. Im August 1809 wurde eine neue allgemeine Wehrpflicht aller Männer zwischen 18 und 40 Jahren erlassen. Ausnahmen gab es nur noch für Angehörige des ehemals reichsunmittelbaren Fürsten-und Grafenfamilie, Staatsbeamte und Herrnhuter aus der Kolonie Königsfeld im Schwarzwald. Juden konnten sich für 400 Gulden freikaufen, die aber von den kleineren Landjuden kaum aufzubringen war. Desweiteren wurden Studierende zurückgestellt. Die alten Schützengesellschaften in den neuen sowie den alten Landesteilen wurden aufgelöst und die Württemberger wurden alle entwaffnet. Dies wurde als entehrend und hart wie überhaupt die Wehrpflicht empfunden.
Fürs erste zog der Bundesgenosse Napoleons ob freiwillig oder gezwungen aus dem Bündnis reichen Gewinn an Land und Leuten. Nach den Verträgen von Brünn und Preßburg(Dezember 1805) bekam Württemberg nochmals 125000 neue Untertanen hinzu und vergrösserte damit sein militärisches Potential. Württemberg vergrösserte sich zunehmend weiter und es kamen Landesteile wie z.B. ein großer Teil Vorderösterreichs nämlich die Grafschaft Hohenberg, am oberen Neckar Schramberg, Oberndorf, Horb und Rottenburg. Im Oberschwäbischen die Landvogtei Altdorf, die Herrschaft Ehingen und vereinzelte Donaustädte. Nach der Gründung des Rheinbundes kamen weitere 270000 Menschen dazu. Weiterhin erhielt der König von Württemberg die Landeshoheit über mehrere Fürstentümer und Grafschaften wie z.B. Hohenlohe, Turn und Taxis. Nachdem Napoleon einen weiteren Sieg über Österreich erringen konnte, bei dem ihm auch württembergische Truppen geholfen hatten, wurde dem Königreich im Oktober 1809 im Frieden von Schönbrunn die Ämter des Deutschen Ordens um (Bad) Mergentheim zugesprochen.
Obwohl Friedrich ein viel größeres Königreich angestrebt hatte, war sein damaliges Gebiet stattlich. König Friedrich konnte auf eine Verdoppelung seines Landes und auf die Erhebung zum Königreich zurück blicken und doch sehr zu frieden sein.
Written by Armin Atze228Einen Kommentar schreiben
Du mußt angemeldet sein, um kommentieren zu können.
Die neusten Artikel- Fotopuzzles, ihre Vorteile und Tücken
- Elektroräder erleichtern die Fortbewegung
- Der Einsatz einer Faltgarage
- Kurzzeitpflege – was ist das?
- Red Bull Leipzig oder Rasenballsport Leipzig
- Herzlich Willkommen - 16,056 Views
- Reformation und Folgen - 4,161 Views
- Die Geschichte der Daimler AG - 2,853 Views
- Geschichte der Königreich Württemberg Fahne - 2,659 Views
- Weimarer Republik - 2,440 Views
- Autogas und Steuern - 2,221 Views
- Baden Württemberg und seine Besonderheiten - 1,561 Views
- Einreiher oder Zweireiher? - 1,513 Views
- Escort Leipzig eine Nacht der Leidenschaft - 1,488 Views
- Markt - 1,360 Views