Ein Matrosen-Unterhemd geht seinen Weg
Drugs and Rebellion – ein Matrosen-Unterhemd macht Karriere. Heute liegt es in gezähmter Form meist zigfach in jedem Kleiderschrank: Das allseits bekannte T-Shirt. Seinen frühen Anfang nahm es als Unterhemd aus Baumwoll-Jersey für Seeleute und Matrosen. Dann übernahmen die amerikanische Armee und die GIs im Zweiten Weltkrieg und kamen im T-Shirt nach Deutschland. Den Menschen in Europa gefiel das neue Kleidungsstück. Sie wollten nicht länger ärmellos im altmodischen Feinripp herumlaufen, sondern amerikanisch aussehen, wie die großen Sieger. Vorerst trugen alle das T-Shirt als Unterhemd. Es war noch nicht gesellschaftsfähig in Europa. Das änderte sich dann aber in den 50er Jahren, als Marlon Brando und James Dean als jugendliche Rebellen in ihren Filmen unter der Lederjacke nur ein einfaches T-Shirt trugen. Damit protestierten sie eindrucksvoll gegen ihre in ihren Augen steifen Väter, die auch in während ihrer Freizeit Anzug, Hemd und Krawatte nicht ablegten. Das enge Shirt über dem durchtrainierten Oberkörper der Filmstars verströmte pure sexynes. Jeder Jugendliche, der nicht out sein wollte und verschrien sein wollte, kleidete sich fortan nur noch in Jeans und T-Shirt. Auch der Damenwelt gefiel das eng anliegende Shirt, das die weiblichen Reize besser zur Geltung bringt als alle anderen Textilien. Damals waren die Eltern entsetzt über ihre revoluzerischen Kinder, die die bis dahin bestehende Kleiderordnung umstürzten. Inzwischen hat das T-Shirt die Aura des Revoluzzertums hinter sich gelassen und ist absolut gesellschaftsfähig. Es ist das am meisten verbreitetste Kleidungsstück der Welt, denn es ist enorm praktisch, bequem, pflegeleicht und passt wegen seines neutralen Schnitts zu fast allem. Ein T-Shirt günstig kaufen stellt heute kein großes Problem mehr dar. Bereits ab unter einem Euro können T-Shirts gekauft werden.
Written by Tobias HerforthEinen Kommentar schreiben
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