Allgemein

Auswirkungen des demografischen Wandels auf die Länder

 

Der demografische Wandel stellt für alle Bereiche des politischen und gesellschaftlichen Lebens, somit auch für die Kulturpolitik, eine erhebliche Herausforderung dar. Dieser Wandel wird vor allem durch drei Komponenten gekennzeichnet: Abnehmende Geburtenrate, zunehmende Lebenserwartung, steigende Zuwanderung aus dem Ausland. Ferner fuhren Wanderungen innerhalb der Bundesrepublik, vor allem aus den Städten ins Umland und von den neuen in die alten Länder, regional zu unterschiedlichen Entwicklungen: Einerseits werden dadurch mancherorts für eine gewisse Zeit die niedrigen Geburtenraten ausgeglichen, andererseits verschärft sich in Gebieten mit Bevölkerungsverlusten die Situation entsprechend drastisch. In den neuen Ländern hat diese Entwicklung bereits mit dem Beitritt eingesetzt. Sie wird sich verstärken und ein weit über den Bundesdurchschnitt hinausgehendes Maß erreichen. Diese Tendenzen werden laut vorliegenden Prognosen in den nächsten 20 bis 30 Jahren anhalten und aller Voraussicht nach nicht umkehrbar, allenfalls abzuschwächen sein. Vor diesem Hintergrund sind die kulturpolitisch Verantwortlichen gefordert, bei den jeweiligen Entscheidungen die Möglichkeiten zur Teilhabe künftiger Generationen an Kultur mit zu bedenken. Zugleich sollte der in der politischen Debatte derzeit dominierende Belastungsdiskurs, der einseitig problematische Folgen des Alterns der Gesellschaft betont, überwunden werden. Diese Sicht verstellt den Blick darauf, dass die demografische Entwicklung als Chance für zukunfts- weisende gesellschaftliche Entwicklungen begriffen und gestaltet werden kann. Zunehmend wird Kultur als wichtiger Standortfaktor anerkannt, in ihrer Bedeutung für Wanderungsentscheidungen und als Ressource zum gegensteuern berücksichtigt werden.

Written by Michael Beck

Einen Kommentar schreiben

Du mußt angemeldet sein, um kommentieren zu können.

Die neusten Artikel Die beliebtesten Artikel